{"id":101,"date":"2024-04-14T17:36:58","date_gmt":"2024-04-14T15:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/bezzola4.ch\/?p=101"},"modified":"2025-12-07T21:22:07","modified_gmt":"2025-12-07T20:22:07","slug":"automatisch-gespeicherter-entwurf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bezzola4.ch\/index.php\/2024\/04\/14\/automatisch-gespeicherter-entwurf\/","title":{"rendered":"Ausstieg aus dem Rad der Verdr\u00e4ngung"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; animation_style=&#8220;bounce&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; border_width_all=&#8220;3px&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding=&#8220;|29px||||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243; min_height=&#8220;2046.9px&#8220; custom_margin=&#8220;|85px||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding=&#8220;||26px|25px||&#8220;]<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Verdr\u00e4ngung begegnet uns \u00fcberall. Oft hat sie sich l\u00e4ngst in unseren Alltag geschlichen, leise wie ein Schatten, der hinter uns hergeht. Doch was ist Verdr\u00e4ngung \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Sie bedeutet, etwas nicht sehen zu wollen \u2013 und damit auch, etwas nicht f\u00fchlen zu wollen. Wir wenden den Blick ab, weil uns das, was in uns aufsteigt, zu nahe kommt, zu sehr schmerzt oder \u00fcberfordert. Verdr\u00e4ngung ist wie ein innerer Schutzmantel, den wir anlegen, wenn das Leben uns zu rau erscheint.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Doch dieser Mantel hat seinen Preis. Nach und nach l\u00f6st er die Verbindung zwischen unserem Denken und unserem F\u00fchlen. Es entsteht eine feine, aber wirkungsvolle Trennung. So verlieren wir den Zugang zu dem, was wirklich in uns lebt \u2013 zu unserer eigenen Freude, Trauer und Wut \u2013 und ersetzen es durch Geschichten und Deutungen \u00fcber uns selbst und andere. Dieses Interpretieren l\u00f6st zwar ebenfalls Gef\u00fchle aus, doch sie sind nicht mehr unsere ureigenen. Sie sind daran gebunden, wie sich unser Umfeld verh\u00e4lt, und haben nicht mehr viel damit zu tun, wer wir im Innersten sind.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">In der Verdr\u00e4ngung haben wir zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder wir versuchen, das F\u00fchlen ganz abzuschalten und uns im Denken zu verlieren, oder wir liefern uns diesen interpretationsgebundenen Gef\u00fchlen aus. Vielleicht reagieren wir sogar hoch sensibel, doch sind es nicht Reaktionen auf unser Innerstes, sondern verletzte Interpretationen \u2013 ausgel\u00f6st durch das Umfeld. Wenn wir uns beispielsweise verunsichert f\u00fchlen, hat das wenig mit unserem Innersten zu tun. Es entstammt vielmehr der Interpretation, dass unser Gegen\u00fcber vielleicht zu wenig zufrieden oder ablehnend sein k\u00f6nnte. Das hat mehr mit Angst als mit unserem wahren Inneren zu tun.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Eine weitere Strategie besteht darin, diese interpretierten Ersatzgef\u00fchle durch Hollywood-Filme, Social Media oder erotische Inhalte zu kompensieren. Dies l\u00f6st zwar starke Emotionen aus, entfernt uns jedoch ebenfalls von unseren ureigenen Gef\u00fchlen.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Man k\u00f6nnte zu dem ganzen Thema sagen: \u00abEs ist ja egal.\u00bb Oder: \u00abIch habe dieses Problem nicht.\u00bb Und solange wir nichts ver\u00e4ndern wollen oder m\u00fcssen, k\u00f6nnen wir uns diese Haltung leisten. Verdr\u00e4ngung funktioniert so lange, wie sich das Verhalten unserer N\u00e4chsten einigermassen mit unseren Erwartungen deckt. Was bedeutet, dass an unseren inneren Konflikten nicht ger\u00fcttelt wird. Sobald sich hier jedoch etwas verschiebt, wird das Thema unausweichlich.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Der Ausstieg aus der Verdr\u00e4ngung beginnt dort, wo wir ehrlich wahrnehmen, in welchen Situationen wir dazu neigen, uns selbst aus dem Blick zu verlieren \u2013 und weshalb. Wo sagen wir zum Beispiel Ja, meinen aber eigentlich Nein, und so weiter.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Oft ist es nicht einmal das Verdr\u00e4ngte selbst, das am schwersten wiegt, sondern die Haltung, mit der wir es bagatellisieren: \u00abMan muss einfach vorw\u00e4rts schauen.\u00bb \u2013 \u00abAndere hatten es schlechter.\u00bb \u2013 \u00abJammern bringt nichts.\u00bb Solche S\u00e4tze wirken wie das alte \u00abEin Indianer kennt keinen Schmerz\u00bb. Sie k\u00f6nnen kurzfristig beruhigen, aber sie verhindern, dass wir wahrnehmen, was in uns wirklich los ist.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Sp\u00e4testens dann, wenn der K\u00f6rper zu reagieren beginnt \u2013 durch Ersch\u00f6pfung, Schmerzen, Enge oder Stresssymptome \u2013, wird deutlich, dass die Illusion der Unverletzbarkeit nicht tr\u00e4gt. Auch nicht durch Ablenkung, Flucht oder religi\u00f6sen Aktivismus. Wann immer etwas zusammenbricht, \u00f6ffnet sich die T\u00fcr zu etwas Tieferem: bis hin zu den alten Identit\u00e4ts-S\u00e4tzen, die unser Selbstbild pr\u00e4gen, meist ohne dass wir es merken. S\u00e4tze wie: \u00abIch bin nicht gut genug\u00bb, \u00abIch bin nicht erw\u00fcnscht\u00bb oder \u00abIch bin nichts wert.\u00bb<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Solche Grundhaltungen entstehen nicht zuf\u00e4llig. Sie wurzeln in fr\u00fchen Beziehungserfahrungen. Nicht, weil unsere Eltern uns absichtlich verletzt h\u00e4tten, sondern weil wir als Kinder ihre Art zu denken und zu f\u00fchlen unbewusst einverleibt haben: \u00abMan kann seine Kinder noch so gut erziehen, sie machen einem trotzdem alles nach.\u00bb<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Um diese alten inneren Muster zu hinterfragen, brauchen wir ein erneuertes Bezugsbild, etwas, das st\u00e4rker ist als das, was uns gepr\u00e4gt hat. Ohne ein neues inneres Gegen\u00fcber bleibt die Seele an dem h\u00e4ngen, was sie kennt, selbst wenn es uns schadet. Sie l\u00e4sst nur los, wenn sie sich an etwas Tragf\u00e4higerem orientiert. Und \u00fcberall dort, wo wir diese Orientierung noch im Aussen suchen oder an andere Menschen binden, bleiben wir gefangen.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Dieser Kl\u00e4rungsprozess geht nie schnell, weil das nicht nachhaltig w\u00e4re: zu lange haben wir uns schon in dem uns Vertrauten eingerichtet. Er f\u00fchrt oft durch Schmerz \u2013 weil Loslassen selten ohne innere Reibung geschieht. Und weil Zerbruchserfahrungen nicht nur psychisch und k\u00f6rperlich, sondern auch geistlich wirken, greift eine Sicht nur auf die ersten beiden Ebenen zu kurz. Die Fragen nach Schuld, Gnade, Neubeginn und echter Entlastung lassen sich nicht einfach wegtherapieren.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Die Bibel zeigt einen Weg, der tiefer greift: Jesus Christus sehnt sich danach, uns Vergebung, Wiederherstellung und eine neue Identit\u00e4t zu schenken. Er schenkt sich jedem Menschen als neues, inneres Bezugsbild. Doch selbst Christen entdecken oft erst in Krisen, wie weit diese Wahrheit tats\u00e4chlich reicht \u2013 weil selbst ihre ersten Schritte im Glauben oft noch von alten \u00c4ngsten, Erwartungen und Mustern \u00fcberschattet sind. Darum bleibt das Identit\u00e4tsdilemma manchmal noch lange unter der Oberfl\u00e4che bestehen. Das kann auch ein Grund daf\u00fcr sein, wenn Gl\u00e4ubige ihre Heilsgewissheit phasenweise infrage stellen.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Konkret bedeutet das:<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Zuerst muss in uns die Illusion sterben, dass Verdr\u00e4ngen hilft. Solange wir Gef\u00fchle wegschieben, bleiben wir innerlich stehen. Genauso muss die Illusion sterben, dass Selbstoptimierung uns heilt. Sie ist auch in religi\u00f6sen Formen weit verbreitet \u2013 als w\u00e4re Gott nur zufrieden mit uns, wenn wir seinen Willen erf\u00fcllen. Doch das ist ein fataler Irrtum, der Liebe und Gnade ignoriert und uns im Alten gefangen h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Und schliesslich \u2013 und das ist der wohl untersch\u00e4tzteste, weil am st\u00e4rksten verdr\u00e4ngte Punkt \u2013 muss auch der Anspruch sterben, dass unsere Eltern eines Tages ausgleichen, was uns gefehlt hat. Dieses Thema ist besonders tief, weil es das Fundament unserer fr\u00fchesten Pr\u00e4gungen ber\u00fchrt: den vermeintlich \u00absicheren Boden\u00bb unserer Identit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Heilung wird m\u00f6glich, wenn wir erkennen, dass Gott all unseren Mangel sieht; dass er treu ist und sich danach sehnt, ihn zu stillen \u2013 und dass Jesus Christus am Kreuz aus Liebe f\u00fcr uns vollendet hat, was wir selbst nicht verm\u00f6gen: moralisch gut zu sein und aus eigener Anstrengung Halt und Identit\u00e4t zu finden.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Das Erl\u00f6sungswerk Jesu ist Gnade in ihrer h\u00f6chsten Vollendung \u2013 einzigartig unter allen Weltanschauungen. Sie spricht dem Menschen W\u00fcrde zu, <span style=\"font-weight: bold;\">bevor<\/span> er sich bew\u00e4hrt; hebt die Anklage nicht einfach auf, sondern <span style=\"font-weight: bold;\">\u00fcbernimmt sie<\/span> stellvertretend und ohne Gegenerwartung (das ist der Sinn des Kreuzes); erm\u00f6glicht einen Neuanfang, der nicht auf Selbstt\u00e4uschung, sondern auf Wahrheit beruht.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Denn: wenn Sinn wirklich existentiell, zutiefst menschlich und dauerhaft sein soll, <span style=\"font-weight: bold;\">dann braucht er Gnade. <\/span>Ohne sie bliebe der Mensch entweder selbstgerecht oder verzweifelt \u2013 in beiden F\u00e4llen innerlich gefangen. Und dies m\u00fcsste dann wieder verdr\u00e4ngt werden, weil sonst der Schmerz zu gross wird.<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\">Vielleicht kennen wir unsere Abgr\u00fcnde besser als unsere M\u00f6glichkeiten. Doch Gott sieht beides \u2013 und er ruft uns nicht in eine optimierte Version unseres alten Lebens, sondern in ein neues. Ein Leben, das nicht auf Verdr\u00e4ngung baut, sondern auf Wahrheit; nicht auf Angst, sondern auf Liebe und Gnade. Und genau dort beginnt der Weg der Heilung, der in gesunde Beziehungen f\u00fchrt \u2013 zu Gott, zum Gegen\u00fcber und auch zu sich selbst.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verdr\u00e4ngung begegnet uns \u00fcberall. Oft hat sie sich l\u00e4ngst in unseren Alltag geschlichen, leise wie ein Schatten, der hinter uns hergeht. 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